Plasmawerte bei BZ-Selbstkontrolle
Zur Blutzuckerselbstkontrolle dienen Blutzucker-Messgeräte mit den zugehörigen Teststreifen.
Bei allen Geräten wird ein kleiner Blutstropfen, der in der Regel aus der Fingerbeere durch einen Pieks gewonnen wird, auf den Blutzuckerteststreifen aufgetragenen. Der Blutzuckerwert wird vom Gerät bestimmt und in mg/dl oder auch in mmol/l angezeigt, je nachdem, wie das Gerät eingestellt ist oder wie Sie es eingestellt haben. (Historisches, vereinfacht dargestellt: Vor Jahrzehnten wurde international beschlossen, Laborwerte nicht mehr in mg, sondern in mmol anzugeben. Die damalige DDR war „modern“ und stellte auf mmol um; Blutzuckerwerte wurden fortan nicht mehr in mg% oder mg/dl, sondern in mmol/l gemessen. Die USA machte das nicht mit; und Westdeutschland auch nicht. Deswegen haben wir jetzt in Deutschland beide Angaben der Blutzuckerwerte, in mg/dl oder in mmol/l.)
Vor einigen Jahren hat man nun wiederum international beschlossen (siehe Mitteilung der DDG), bei der Diagnostik des Diabetes - und seiner Vorstadien im oralen Glukosetoleranztest - die Glukosewerte als Glukosekonzentration im venösen Plasma [82 KB]
anzugeben. Deswegen wird zur Diagnostik auch Blut aus einer Vene abgenommen und die Glukosekonzentration im Plasma bestimmt. (Über Unterschiede zwischen Vollblut und Plasma können Sie sich hier [437 KB]
informieren.)
Zur Blutzuckerselbstkontrolle ist es aber schlecht möglich, sich selbst Blut aus der Vene - mehrmals am Tag - abzunehmen. Deswegen wird die Blutzuckerselbstkontrolle mittels der Teststreifen-Messgeräte nach wie vor in dem von Ihnen gewonnenem Blutstropfen, der aus Kapillarblut besteht, durchgeführt.
Bisher war es in Deutschland meist üblich, die Messwerte auf kapilläres Vollblut bezogen anzugeben. Jetzt gehen die Hersteller international mehr und mehr dazu über, ihre Messgeräte auf Plasmawerte zu kalibrieren. Diese Werte liegen im Schnitt etwa 12% höher als die Werte im kapillären Vollblut. (Warum siehe hier [437 KB]
.)
Sie müssen also wissen, ob Ihr Gerät Vollblutwerte oder Plasmawerte anzeigt, damit Sie nicht erschrecken, wenn Sie Vollblutwerte gewohnt sind und jetzt bei einer Anzeige der um 12% höheren Plasmawerte meinen, Ihre Diabeteseinstellung sei schlechter geworden.
Manche Firmen bringen neue Geräte heraus, die nur noch Plasmawerte angeben. Manche Firmen kalibrieren die Teststreifen anders, sodass automatisch Plasmawerte angezeigt werden.
Eine Firma stellt eine Orientierungstabelle [370 KB]
zur Verfügung, aus der Sie ersehen können, wie der Vollblutwert, an den Sie gewohnt sind, ausgefallen wäre, wenn ein Plasmawert angezeigt wird. (Lassen Sie sich nicht davon irritieren, dass für die Plasmawerte ein Bereich angegeben ist. Denn jede Messung ist mit einer gewissen technischen Schwankung behaftet. Sie wissen das aus eigener Erfahrung; denn wenn Sie aus demselben Blutstropfen zweimal hintereinander den Blutzucker messen, bekommen Sie selten das exakt gleiche Ergebnis, sondern einen Wert, der minimal über oder unter dem zuvor gemessenen Wert liegt. Diese technische Schwankung ist in den Bereich der angegeben Plasmawerte bereits einkalkuliert.)
(München, 12.08.2010 – P.Bottermann)
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